Regeln für Solo Piping Competitions

1 Allgemeine Regeln

Regeln Solo Piping 2018

1.1 Zweck

Die BAG wurde mit dem Ziel gegründet, die Piping- und Drumming-Szene in
Deutschland zu fördern und das Spielniveau kontinuierlich durch die Organisation und
Unterstützung verschiedener Wettbewerbe anzuheben. Seit 1990 haben sich mehrere
Wettbewerbe in Deutschland etabliert. Die vorliegenden Regeln sollen für eine
Vereinheitlichung, vor allem aber für Klarheit in der Wettbewerbsgestaltung bei
Teilnehmern, Organisatoren und Preisrichtern sorgen.
Wettbewerbe werden in verschiedene Spielstufen (Grades) unterteilt. Damit soll
gewährleistet werden, dass Spieler gleichen Niveaus gegeneinander antreten.
Zusätzlich können Veranstalter verschiedene stufenübergreifende Einzeldisziplinen
anbieten.

1.2 Gültigkeit

Die vorliegende Überarbeitung der Regeln gilt ab der Saison 2018. Für die
Aktualisierung und Interpretation der Regeln sowie abschließende Entscheidungen ist
das Solo-Board der BAG zuständig (solo-board@bagev.de). Die alten Regelungen
verlieren ab der Saison 2018 ihre Gültigkeit. Beginn und Ende einer Saison
entsprechen Beginn und Ende des kalendarischen Jahres.

2 Regeln für Veranstalter

Die Veranstalter von Wettbewerben benennen mindestens einen Ansprechpartner, der
von der BAG autorisiert wird, um Entscheidungen, die am Tag der Competition
notwendig werden, zu treffen. Preisrichter und Helfer müssen über diese Person(en)
informiert werden. Die Ansprechpartner haben dafür Sorge zu tragen, dass die
Reihenfolge der Wettbewerbsteilnehmer in den einzelnen Spielstufen im Vorfeld der
Veranstaltung bekannt gegeben wird und Stewards eingesetzt werden, um den
reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten. Eine kurzfristige Anmeldung
am Tag der Veranstaltung selbst ist nach individueller Absprache mit dem Veranstalter
möglich.
Zudem sollte mindestens ein Mitglied des BAG-Vorstands und/oder des Solo-Boards
auf diesen BAG-Veranstaltungen anwesend sein.

Die Preisrichter sollten abhängig von der Gesamtgröße des Teilnehmerfelds
mindestens die ersten sechs Plätze eines jeden Events bewerten. Der Veranstalter
setzt den Preisrichter darüber in Kenntnis. Der Veranstalter setzt den Preisrichter
außerdem über die Anforderungen der entsprechenden Events in Kenntnis.

Die Platzierung der ersten sechs Plätze muss direkt nach der Siegerehrung veröffentlicht werden.

In der Woche nach dem Wettbewerb muss eine Liste aller Teilnehmer, die nach Spielstufen und Ergebnissen geordnet ist, an das Solo-Board der
BAG (solo-board@bagev.de) übermittelt werden.
Bewertungsbögen müssen direkt nach der Siegerehrung an die Teilnehmer
ausgehändigt werden. Veranstalter sind allerdings nicht verpflichtet, Bewertungsbögen
früher abgereisten Teilnehmern nachzuschicken.
Veranstalter stellen bei Indoor-Competitions Tuning-Räume, die dem Teilnehmer etwa
30 Minuten vor dem Auftritt zur Verfügung stehen. Bei Outdoor Competitions wird eine
Freifläche in der Nähe der Bühne genutzt.

Veranstalter sollten für BAG-Mitglieder Preisnachlässe bei den Startgebühren
gewähren.

Den Veranstaltern steht es frei, über die hier genannten Events hinaus noch weitere
Wettbewerbe anzubieten, z.B. Practice Chanter oder auch Open Competitions. Über
die geltenden Regeln für diese Events sind die Teilnehmer bei der Anmeldung zu
informieren.

3 Regeln für Teilnehmer

3.1 Einstufung („Gradierung“)

Wettbewerbsneulinge erhalten einmalig die Möglichkeit einer Selbsteinstufung ihrer
Spielstärke. In der Regel erfolgt diese mit der ersten Wettbewerbsanmeldung. Bei
Unsicherheiten kann Rücksprache mit dem Solo-Board gehalten werden.

Die etwa in Schottland oder Nordamerika übliche Unterscheidung zwischen
professionellen und Amateur-Wettbewerben gibt es in Deutschland nicht. Solange dies
der Fall ist, werden Spieler, die mit Erfolg an professionellen Wettbewerben
teilgenommen haben, automatisch in Grad 1 (Light Music und Ceol Mor) eingestuft.

Der Spieler verbleibt in der Regel, mindestens bis zum Ende der Saison (Ende des
kalendarischen Jahres), in der jeweiligen Spielstufe. Eine Änderung der Einstufung
(Up- oder Down-Grading) kann nur auf Antrag an das Solo-Board erfolgen. Dazu sind
Referenzen vorzulegen (Wettbewerbs-Ergebnisse, Zertifikate, Ton- oder
Videoaufnahmen), welche die Veränderung der Spielstufe rechtfertigen. Die endgültige
Entscheidung obliegt dem Solo-Board. Ein eigenmächtiges Up-/Down-Grading oder
verpflichtendes Up-Grading nach Sieg eines Wettbewerbs sind nicht möglich.

Am Ende einer Saison – auch, wenn vom Spieler kein Antrag gestellt wird – behält sich
das Solo-Board vor, die Einordnung einzelner Spieler zu überprüfen und ggf. der
jeweiligen Spielstufe anzupassen. In Ausnahmefällen kann dies auch während einer
laufenden Saison geschehen.

Die Grade in Light Music und Piobaireachd sind getrennt voneinander zu betrachten,
so dass zum Beispiel ein Spieler, der in Light Music Grad 2 spielt, Piobaireachd in Grad
4 spielen könnte.

Das Solo-Board der BAG wird mit Unterstützung der Veranstalter versuchen, die
Einhaltung der Regeln zu gewährleisten. Es wird aber darum gebeten, dass sich alle
Teilnehmer nach bestem Wissen und Gewissen an die Regeln und persönlichen
Gradierungen halten. Das Solo-Board behält sich vor, Spieler bei Nicht-Einhaltung der
Regeln für das entsprechende Event zu disqualifizieren bzw. einen vermeintlichen Sieg  abzuerkennen.

Die BAG und das Solo-Board wird eine Liste mit allen Teilnehmern und ihrer aktuellen
Gradierung pflegen und regelmäßig prüfen und aktualisieren. Diese wird den
Veranstaltern vor Wettbewerben zur Verfügung gestellt, damit auch diese die
Einhaltung prüfen können. Die Liste der Grades ist nicht zur Veröffentlichung bestimmt.

3.2 Weitere Regeln

Am Tag der Veranstaltungen melden sich die Teilnehmer vor Beginn der Wettbewerbe
bei den Organisatoren. Während ihres Vortrages und der Preisverleihung wird darum
gebeten, Highland-Dress zu tragen.

Bei stark vom Standard abweichenden Stücken oder Settings sollte der Spieler in
seinem eigenen Interesse die vorzutragenden Noten dem Preisrichter vorlegen.

Teilnehmer sollten die Möglichkeit nutzen, die Bewertungsbögen mit den Preisrichtern
durchzusprechen.

4 Spielstufen des Solo Piping

Die Bezeichnungen im Solo Piping sind:

Light Music Piobaireachd
Grad 5  
Grad 4  Grad 4
Grad 3  Grad 3
Grad 2  Grad 2 
Grad 1  Grad 1

 

Bei geringer Teilnehmerzahl kann der Veranstalter sich vorbehalten Grade
zusammenzulegen, wobei sich die Anforderungen nach dem jeweils tieferen Grad
richten sollen. Gewünscht wird, dass für jede Spielstufe mindestens ein Light Music-
und ein Piobaireachd-Event angeboten wird.

Die Events der einzelnen Level und die Voraussetzungen für die Solo Piping
Competition sind die Folgenden:

4.1 Light Music

Grad 5:

– Slow March oder Slow Air:     mind. 2 Teile, die jeweils wiederholt werden,
eigene Stückwahl.
– March (2/4, 4/4, 3/4 oder 6/8): mind. 2 Teile, die jeweils wiederholt werden,
eigene Stückwahl.

 

Grad 4:

– 2/4 March: mind. 4 Teile, die jeweils wiederholt werden, eigene Stückwahl.
– Strathspey/Reel:  je mind. 2 Teile, eigene Stückwahl.
– 6/8 March: mind. 4 Teile, die jeweils wiederholt werden, eigene Stückwahl.

 

Grad 3:

– M/S/R: bestehend aus einem mind. vierteiligen „competition
type“ 2/4 March, und je einem mind. zweiteiligen
Strathspey und Reel, eigene Stückwahl.
– Slow Air oder Slow March/Jig: bestehend aus einem mind. zweiteiligen Slow
Air/March, wo jeder Teil wiederholt wird und einem
mind. vierteiligen Jig, eigene Stückwahl.

 

Grad 2:

– M/S/R: bestehend aus einem je mind. vierteiligen „competition type“ 2/4
March, Strathspey und Reel, eigene Stückwahl.
– Hornpipe/Jig: je mind. vierteilig, eigene Stückwahl.

 

Grad 1:

– M/S/R: der Spieler gibt jeweils 3 Stücke seiner Wahl an (je 3 mind.
vierteilige 2/4 Marches, Strathspeys und Reels), der Preisrichter
stellt das Set zusammen.
– Hornpipe/Jig: der Spieler gibt jeweils 3 Tunes seiner Wahl an (je mind. vierteilig),
der Preisrichter stellt das Set zusammen.

 

Es gilt in jedem Fall, nur komplette Stücke zu spielen. Eine Liste mit Liedbeispielen
und -vorschlägen finden sich im Anhang.

 

4.2 Piobaireachd/Ceol Mor

Grad 4:

– Der Ground/Urlar eines Piobaireachd ist zu spielen, eigene Stückwahl.

Grad 3:

– Der Ground/Urlar und die darauffolgenden zwei Variationen eines Piobaireachd sind
zu spielen, eigene Stückwahl. Als jeweils eigenständige Variation zählt hier zum
Beispiel das Doubling eines Grounds, das Singling oder Doubling einer Variation.

Grad 2:

– Ein kompletter Piobaireachd ist zu spielen, eigene Stückwahl.

Grad 1:

– Der Spieler gibt drei Lieder seiner Wahl an. Der Preisrichter wählt das zu spielende
Stück aus.

Eine Liste mit Liedbeispielen und -vorschlägen findet sich im ebenfalls Anhang.

Der Vorstand und das Solo-Board der Bagpipe Association of Germany e. V.

 

Anhang Regeln Solo Piping 2018

Kladrum, der 28.10.2017.