Die BAG – The Story so far …
Gegründet hat Peter die Bagpipe Association of Germany wohl 1983 oder so. Die BAG verfügte über einen Präsidenten (Jürgen Reichsfreiherr Raitz von Frentz, ein Bruder Peters), zwei Vizepräsidenten (Dr. Wolfgang Flach und Dr. Heinz Otto), einen Schatzmeister (Walter Horn) und last but not least einen Sekretär (Peter Brinckmann), der wie Richelieu im Hintergrund und im Schatten der übermächtig erscheinenden Namen der Präsidenten die Geschicke der Organisation bestimmte. Tatsächlich war dies die ganze Struktur, die die BAG ausmachte. Mehr war da nicht. Nicht mehr als ein an Pipeitis erkrankter Peter Brinckmann, der seine ganze Energie, viel Zeit und eine Menge Geld in die Unterstützung einer eigentlich noch gar nicht vorhandenen Piping Szene investierte.Mitglieder waren die oben genannten Vorstandsmitglieder, die Schüler Peters, zu denen auch Wolfgang Flach, Heinz Otto und Walter Horn zählten, und jeder, der den Mitgliedsbeitrag von damals 4 DM pro Monat bezahlte. Wer nicht bezahlte war kein Mitglied. Der Obolus wurde im wesentlichen zur Finanzierung des Infos, das Peter bis heute redigiert, bestimmt. Wie gesagt, wer nicht bezahlte war kein Mitglied und das merkte derjenige daran, daß er kein Info mehr bekam. Die, die das Info bekamen, waren wohl 1988 so um die fünfzig Menschen, die Walter Horn anhand der Zahlungseingänge ermittelte.
Außerdem begann Peter unter dem Namen BAG das zarte Pflänzlein Dudelsackszene in Deutschland durch Telefonhilfe (-seelsorge), Briefe beantworten und Kontakte knüpfen zu hegen und zu pflegen.
Welch ein Glück, daß die Drunken Pipers in der Folge bei einem Auftritt auf einem Straßenfest, an den Stand eines Vereins geraten ist, der sich mit dem Kampf gegen Lärmbelästigung durch Militärflugzeuge beschäftigte. Ich nahm eine Ausfertigung von deren Satzung mit und wurde nicht Mitglied, sondern schrieb dieselbe ab und paßte sie an die Erfordernisse der Bagpipe Association an. Allzu viel Ahnung hatte ich ja von solchen Dingen nicht, so daß ich für diese Vorlage mehr als dankbar war. Ich übergab meinen Entwurf Peter, der ihn billigte (mehr Ahnung als ich hatte er ja auch nicht).
Am 13. November 1988 war es dann soweit. Wir trafen uns in Peters Wohnung in Darmstadt zur hochoffiziellen Gründungsversammlung. Wir, das waren Peter Brinckmann, Dr. Heinz Otto, Dr. Wolfgang Flach, Klaus Linhart, Anette Kempf und meine Wenigkeit. Nun denn, das sind sechs Menschen. Für die Gründung eines Vereins braucht man aber sieben. Keiner kann die Verzweiflung beschreiben, die sich allmählich ausbreitete, als wir auf unseren siebten Gründer, Walter Horn, warteten und warteten. Doch das schon fast Aufgegebene geschah. Walter erschien und Satzung und Gründungsprotokoll wurden unterschrieben. Der Verein war geboren und wurde nun mit Peters Whisky begossen (was man auf den Fotos von dem Ereignis deutlich erkennen kann).
Der erste Vorstand setzte sich aus folgenden Menschen zusammen:
Erster Vorsitzender: Peter Brinckmann
Zweiter Vorsitzender:
Achim Wolsiffer-Maeding
Kassenwart: Walter Horn
Schriftführerin: Anette Kempf
Die Folge war natürlich, daß die neue BAG nur noch über sieben Mitglieder verfügte. Aber innerhalb eines halben Jahres gingen bei Walter etwa dreißig bis vierzig Beitrittserklärungen ein, so daß die neue Organisation sich wieder mit Leben füllte.
Das mit der Gemeinnützigkeit war allerdings ein Problem. Das Finanzamt Darmstadt weigerte sich, sie anzuerkennen. Grund war, daß wir (so wie der Lärmschutzverein) bestimmt hatten, daß im Falle der Auflösung die Mitgliederversammlung beschließt, wer das Vereinsvermögen erhält. Das muß aber schon in der Satzung geregelt sein. Peter schlug als Empfänger die Akademie für Tonkunst vor, wir beschlossen eine entsprechende Satzungsänderung und erhielten daraufhin unsere Steuerfreistellung wegen Gemeinnützigkeit.
1991 war das Geburtsjahr der BAG Pipe Band. Ein kurzlebiges Gebilde, das bei verschiedenen Competitions teilgenommen hat. Nachfolger der Band war später die Spirit of Germany Pipe Band, die immerhin 1995 in Dunfermline den vierten Platz in Grade 4 gemacht hat und 1996 in Copenhagen mit seinem Quintett den ersten, um dann allerdings wieder in der Versenkung zu verschwinden.
1993 haben wir auch unsere Satzung geändert und den Vorstand, bisher zum letzten Mal umbesetzt, will heißen, einen neuen Schriftführer bestellt. Hintergrund war die Auswanderung Anettes nach Schottland. Wir haben diese Gelegenheit genutzt und eine Vertretung in Schottland, den “Sekretär für Schottland”, in die Satzung eingebaut. Für dieses Amt haben wir dann Anette berufen und Klaus Linhart zum neuen Schriftführer gewählt. Außerdem haben wir die Gelegenheit der Satzungsänderung genutzt, diese in einigen Punkten zu verbessern. Die wichtigste Verbesserung war dabei, die Höhe des Mitgliedsbeitrags nicht mehr in der Satzung zu bestimmen, sondern der alljährlichen Mitgliederversammlung das Recht und die Pflicht aufzuerlegen, den Mitgliedsbeitrag festzusetzen. Den haben wir dann auch prompt auf 60 DM p.a. heraufgesetzt.
Heute sind über 300 Pfeifer, Trommler und Tänzer sowie an schottischer Kultur interessierte Menschen Mitglied der Bagpipe Association of Germany e. V., die von zahlreichen ausländischen Organisationen als wichtiger deutscher Verband für das schottische Dudelsackspielen anerkannt wird. Wir verfügen über beste Kontakte zu Schottlands Piping Szene, über einen professionellen Stamm an Lehrern für die Sommerschule und über eine ausreichende Finanzkraft (Dank der Zahl der Mitglieder), um unsere Aktivitäten für lange Zeit weiterführen zu können.
Unsere Politik ist geprägt von der Leidenschaft zum Solo Piping und allem was hierzu gehört. Wir sind uns dabei bewußt, daß die Plattform für das Solo Piping in Deutschland von den Pipe Bands zur Verfügung gestellt wird. Wir wissen aber auch, daß gut ausgebildete Pfeifer und Trommler die Grundlage einer qualitativ hochstehenden Pipe Band Kultur darstellen. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern wollen wir daran arbeiten, aus diesen Vorgaben die Freude am Dudelsackspielen und Trommeln zu maximieren.
